Frauen gehören in den Haushalt!? (Kontroverses Thema)

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Frauen gehören in den Haushalt!? (Kontroverses Thema)

#1

Beitrag von desint » 16.04.2019, 20:33

Dann will ich die Büchse der Pandora mal aufmachen.
Also zum Thema:
...Die beiden sollen sich getrennt haben, weil sie verschiedene Vorstellungen hatten
Und zwar wollte er, dass sie besser gesagt daheim bleibt und auf Kinder usw aufpasst und nicht einen Beruf ausübt
Kurzgesagt er will das seine zukünftige eine Hausfrau ist, was heute ja eigentlich nicht mehr hier üblich ist
Wie gesagt, es gibt da noch einiges was im Hintergrund passiert ist, aber bis ich das alles geschrieben habe, haben wir schon den nächsten Morgen xD
Was haltet ihr von dieser Ansicht?

Ergänzung:
Offenbar ist die Meinung, der Mann ernährt die Familie und die Frau hat sich um den Haushalt und die Kinder zu kümmern, immer noch (zu) weit verbreitet.
Soweit ich weiß, ist diese Ansicht in bestimmten Kulturkreisen und speziell in Ländern mit stark religiös/konservativ geprägtem Alltag (Ich denke da etwa an den Iran, an Saudi Arabien oder Afghanistan) noch sehr dominant.
Meiner Meinung nach ist diese klassische Rollenteilung jedoch stark antiquiert und hat in unserer modernen Gesellschaft (zumindest als Teil des Weltbilds) nichts mehr verloren.

Natürlich macht es im Einzelfall durchaus Sinn und ist auch legitim, sofern beide Partner sich einig sind.

Außerdem gibt es ganz pragmatische Gründe, die für diese Aufteilung sprechen:
Zum einen ist es IMMER die Frau, die ihren Job - zumindest vorübergehend- pausieren muss, wenn der Storch vor der Tür steht. Solange Männer keine Kinder kriegen, wird sich dieser Umstand auch nicht ändern lassen.
Und andererseits verdienen Frauen im Schnitt leider immer noch weniger als Männer (fragt mich jetzt bitte nicht nach der Quelle), weshalb es finanziell oft sinnvoller ist, wenn die Frau in Karenz geht. Wenn man dann mehrere Jahre seine Karriere auf Eis gelegt hat, ist es wahrscheinlich nicht immer leicht, wieder ins Berufsleben einzusteigen und einen gut bezahlten Job zu bekommen.
Was meint ihr?

Da ich selbst Single bin, rede ich hier ohne eigene Erfahrung. Sollte ich Unsinn faseln, lasse ich mich daher gerne korrigieren.


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Bearserk
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#2

Beitrag von Bearserk » 16.04.2019, 21:08

Danke fürs Erbarmen und Threaderstellen ;)

Ein sehr provokativer Thread-Titel ;)

Meine Meinung zu dem Thema:
Jedes Paar sollte für sich persönlich entscheiden, wie es den Alltag mit oder ohne Kinder oder im Haushalt meistern möchte. Das sollte meiner Meinung nach ganz nach persönlicher Präferenz und Praktikabilität geschehen.

Vielleicht mache ich mich jetzt bei der einen oder anderen (weiblichen) Person unbeliebt mit meiner Meinung, aber:
eine (klassische) Rollenverteilung ist objektiv betrachtet gar nicht mal so eine schlechte Idee.
Eine 40-Stunden-Arbeitswoche ist etwas sehr Anstrengendes, das Führen eines Haushalts und Kinder aber auch. Beides parallel bewältigen zu müssen, ist ein Kraftakt, den ich mir gar nicht vorstellen möchte. Da macht es schon Sinn, diese Aufgaben aufzuteilen. Hier kommt aber der komplizierte Part:
Ja, meist können Frauen letzteres meiner Meinung nach besser als Männer. Wie gesagt. Das ist nur meine Erfahrung, generalisieren möchte ich nicht.
Der springende Punkt ist in meinen Augen aber, warum das so ist. Wohl wegen der Gesellschaft und weil uns noch immer das Weltbild unserer Vorfahren nachhängt und Frauen weiterhin schon in jungem Alter zu sehr viel mehr Hausarbeit und Selbstständigkeit angehalten werden als Männer. Noch dazu erwartet die Gesellschaft ja nahezu, dass jede Frau ein vor Fürsorglichkeit nur so strotzendes Wesen ist, bei dem es einfach dazugehört, solche Sachen zu machen. Als läge uns das alles im Blut.
Wie oft habe ich Aussagen in die Richtung schon hören müssen ... von jungen Frauen im meinem Alter. Mir kommt vor, als würden einige Frauen das Muttersein und das Führen eines Haushalts als Hauptquelle ihres persönlichen Stolzes ansehen, sich darüber profilieren versuchen. Und damit stärken diese Frauen wiederum die ewige Spirale, den ewigen Kreislauf des: "Männer können Haushaltsbezogenes ja gar nicht, das müssen ja wir Frauen machen." *kicherkicherkicher"stellteuchvorwasmeinMannletztensgetanhatbeimGeschirrspülerausräumenthihi"*
"Na bevor der das wieder unordentlich macht, mache ich das lieber gleich gescheit."
"Für so etwas hat man als Frau einfach ein Gespür, das ist doch wohl normal."
Wtf?
Man könnte das Ganze ja irgendwie als selbsterfüllende Prophezeihung ansehen.
Buben werden nicht zu Haushaltstätigkeiten angehalten, Mädchen werden von klein auf mehr oder weniger subtil oder unbeabsichtigt in die haushaltsführende-/verantwortliche Rolle gedrängt, bis sie sich selbst wiederum nichts anderes vorstellen können und dasselbe mit ihren Kindern machen.
Unterm Strich:
Würden wir unsere Kinder anders erziehen, wäre es vielleicht keine Schande mehr, auch Hausmänner zu haben. Oder es käme zu einer tatsächlich fairen Rollenverteilung in Haushalt und Kinderbetreuung. Wenn jetzt noch Frauen besserbezahlte Jobs ergreifen könnten und nicht in die Mutter- und Hausfrauenrolle gedrängt werden würden: super.
Das Traurige ist ja, dass viele Frauen einfach keine Alternativen sehen. Werden schwanger, müssen, weil sie keine andere Wahl haben zu Hause bleiben, zumindest anfangs - und schon schaut es mit einer guten Ausbildung kompliziert aus. Also geht halt Mann weiterarbeiten, der ja schließlich nicht dem Baby zuliebe pausieren muss. Und der Kreislauf geht weiter, denn wie soll Frau denn jetzt noch einen Fuß in die (besserbezahlte, nicht-Aushilfen-)Arbeitswelt setzen?
Die ersten 1,5- 2 Lebensjahre eines Kindes als Mutter zu Hause zu bleiben, ist ja komplett sinnvoll. Allein aus physischen Gründen.
Danach steht mMn Paaren alles frei. Das Paar möchte einen ordentlichen Haushalt zu jeder Zeit und viel Zeit mit den Kindern haben? Ist eigentlich auch ein Vollzeitjob, also warum nicht: einer von beiden kann dafür ruhig daheim bleiben. Allerdings sollte das nicht immer nur die Frau sein und v.a. aus dem Grund, dass sie weniger verdient (weil sie nicht die Chance hatte, eine gute Ausbildung zu machen). Abwechselnd würde das auch Sinn machen.
Die ersten paar Jahre bleibt die Frau daheim, danach der Mann. Zum Beispiel.

Die Wall of Text tut mir Leid, ich habe mich wohl ziemlich in Rage geschrieben.
Meine persönlichen Erfahrungen in meinem Umfeld machen das Thema wohl zu einem sehr interessanten für mich ^^

Zu deinen Bekannten @Ottarofan11: die beiden waren wohl nicht kompatibel.
MMn ist es eine sehr antiquierte Ansicht eines Mannes, von der Frau zu verlangen, zu Hause zu bleiben. Auf Augenhöhe sollte man als Paar immer sein, aber wenn Mann solche Anforderungen stellt und es zu keinem Kompromiss kommen kann, wirkt es eben so, als würde er den angenehmen Weg durchs Leben suchen.
Nicht falsch verstehen. Den Wunsch danach zu haben, ist vollkommen legitim. Aber man sollte über diesen Wunsch diskutieren und die Ansicht und Vorstellungen seines Partners respektieren können.
Immerhin besteht immer die Gefahr, dass die Partnerschaft nicht hält und Frau kann sich dann nur noch auf genau zwei Dinge stützen: Ehegattenunterhalt und später Mindestpension. Für all die Jahre harter Arbeit. Dazu vielleicht noch die Verachtung der Gesellschaft, a la: "Hättest was Gscheits aus deinem Leben gemacht." Evtl ein schlecht bezahlter Aushilfsjob. Yay.

Tl;dr: Nein, Frauen gehören nicht in den Haushalt und wir müssen einiges in unserer Gesellschaft ändern.



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Jora
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#3

Beitrag von Jora » 17.04.2019, 04:51

Ich finde an der Einstellung an sich nichts Schlechtes. Wenn der Mann genug verdient, sodass es für die gesamte Familie reicht und er zudem eine Frau gefunden ist, für die es völlig in Ordnung ist, den Haushalt zu machen und für die Kinder da zu sein, weil dies die Erfüllung ihrer Wünsche ist, dann ist das doch völlig in Ordnung. Ich denke, es gibt schon noch viele Frauen, die das im Grunde gerne so hätten, aber oft scheitert es daran, dass es heutzutage in der Arbeitswelt nicht mehr so einfach ist und dass der Mann im Endeffekt doch zu wenig verdient, sodass auch SIE wieder arbeiten gehen muss, selbst wenn sie lieber zu Hause bei den Kindern wäre. Ich kenne Fälle, wo es genau so ist.

Blöd isses dann natürlich, wenn nur ein Teil des Paares eine völlige Hingabe der Frau für die Familie will, der andere Teil jedoch die Vorstellung hat, dass beide arbeiten gehen. Und in sollen Fällen hat das Ganze dann wohl recht wenig Zukunft.

Pauschal zu sagen "Frauen gehören in den Haushalt" ist somit meiner Ansicht nach nicht richtig, aber für viele Familien ist das perfekt so, und so manch eine Frau ist glücklich damit. Und es soll eben für beide passen! Und das sagt grad ein überzeugter Single, der mit dem Haushalt nix anfangen kann (also ich bin definitiv keine Frau, die Hausmütterchen sein will ^^).



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#4

Beitrag von sturmphoenix » 17.04.2019, 10:32

Na dann hol ich mal bissl weiter aus. Letztens hab ich im Zuge der Berichterstattung über 100 Frauenwahlrecht eine Szene von einen Straßeninterview gesehen ich schätze so aus den 60er Jahren wo ein alter Mann sagte "Die Frau gehört am Kochtopf". Da hat es mir die Haare aufgestellt, das widerspricht so dermaßen meinen Ansichten.
Frauen sollte alles offen stehen und keiner sollte ihnen vorschreiben was sie zu tun haben.
Das wir von diesem Ideal leider noch immer weit entfernt sind, ist zu Bedauern. So lange, wie vor mir schon erwähnt, Männer viel mehr Verdienen als Frauen, werden Sie in die Rolle der Kinderbetreuung gedrängt werden. Ich finde auch das der Karenzanspruch endlich gleich geregelt wird. Es sollte endlich möglich sein das es normal ist das Männer auch mal 2 Jahr in Karenz gehen um die Kinder zu betreuen. Das wichtigste ist das es die Wahlmöglichkeiten gibt. Ich hoffe ich erlebe das bald, den schließlich sind wir nur hier wegen unseren Mütter die uns auf diese Welt gebracht haben.



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Ottarofan11
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#5

Beitrag von Ottarofan11 » 18.04.2019, 03:24

Bei dem expliziten Fall gibt es vielleicht noch ein paar Erwähnungen:
Sie sind beide Österreicher und sind Christen
Es hat mich sowieso ziemlich überrascht das zu hören, da er sonst auch eher ein „Überflieger“ ist
Ziemlich beliebt, groß und gut gebaut, sehr sportlich, Ausgezeichneter Schüler (hat ein Fotografisches Gedächtnis) und sehr bodenständig, zuvorkommend und freundlich
Ich kannte ihn auch schon knappe 10 Jahre, weil wir recht nah bei einander wohnten und immer in Parrallelklassen waren
Aber ja jeder hat irgendwo seine Macken xD
@sturmphoenix wie desint schon sagte: bis die Männer Kinder bekommen können, wird das Problem wahrscheinlich auch noch lange vorhanden sein
Und da wollen wir was an den Gesetzen der Natur ändern
Aber auch direkt zu sagen, dass es unmöglich ist, ist auch etwas blöd
@Bearserk zu dem Schluss sind ein Freund von mir und ich gekommen
Es ist irgendwo ein netter Wunschgedanke, aber dem Partner aufzuzwingen, dass er nicht arbeiten gehen soll, ist einfach zu viel des Guten
Die Frage hierbei ist natürlich wieder: wie lange dauert das? So viele Probleme wie momentan vorhanden sind, ist es schwer überhaupt ein Ende zu sehen


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#6

Beitrag von Saddy-chin » 19.04.2019, 09:11

Ich finde generell es gehört kein Geschlecht irgendwo hin. Dass es sich so entwickelt hat, das ist schon verständlich. Und wie schon erwähnt ist es auch bei der Frau schwer.... Einige finden nach der Schwangerschaft nicht mehr ins Berufsleben rein. Oder kommen Teilzeit rein und sind dann mit weniger Stunden gefangen. (Ich arbeite tatsächlich mit einer Kollegin, die kam nach der Geburt ihres Sohnes nicht mehr in ein Vollzeit DV. Seit 15 Jahren)
Hinzu kommt leider, dass wenn es wirklich Thema ist wer Zuhause bleibt und die Kinder hütet bzw den Haushalt schmeißt und man die finanzielle Seite betrachtet, dann sind Frauen eher 'verzichtbar', weil Frauen ja generell in schlecht verdienenden Branchen arbeiten. Es gibt natürlich Ausnahmen, keine Frage.
Meiner Meinung nach sollte das abgesprochen werden. Wenn Frau den Haushalt macht ist es kein großes Problem für mich. Aber wenn es ihnen schon vorgelegt wird, wenn sie nicht einmal die Wahl haben sondern direkt in die Küche und zu den Kindern gestellt werden weil sich das jemand so vorstellt, das geht gar nicht. Was dann leider auch verschwindet ist, was für einen Wert die Hausarbeit hat. Das ist keine Selbstverständlichkeit und ich bin mir sicher einige Männer zeigen überhaupt keine Dankbarkeit... Und das nicht einmal mit Absicht.

Wenn ich mir jetzt zb die Situation vorstelle, wie der arbeitende Mann und die arbeitslose/teilzeit/Karenz Frau den Haushalt aufteilen, ist klar dass das nicht der Mann noch nach der Arbeit macht. Und selbst wenn die Frau wirklich den ganzen Tag zuhause ist, es ist schön wenn man zeigt 'Hey, du bist nicht alleine' und mal den Spüler einräumt oder die Wäsche sortiert. Man investiert keine Stunden, zeigt aber dass man Teil hat und... ja, es nicht ganz selbstverständlich nimmt.

(ich hoffe ich hab jetzt nicht zu wirrwarr geschrieben, Ich hab das getippt wies mir in den Sinn gekommen ist xD)


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Spiteful_EX
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#7

Beitrag von Spiteful_EX » 24.04.2019, 10:47

In meiner Beziehung sieht es derzeit so aus, dass ich anfangs, als sie "zwangsweise" (aufgrund der Arbeit) zu mir nach Wien gezogen ist, zu ihr gesagt habe, sie braucht sich hauptsächlich nur ums kochen kümmern (weil ich echt schlecht darin bin :) ) und ich mach den Rest. Somit bleiben für mich so Sachen wie Wäsche waschen/aufhängen, Rasen mähen/gießen, putzen usw. Hatte auch den Grund, da sie länger von der Arbeit nach Hause braucht als ich, darum hab ich etwas mehr Zeit dafür und ich hab bis jetzt nicht wirklich was dagegen (außer es ist gerade ein Tag, an dem ich erledigt bzw fertig bin, dann verschiebe ich das auf einen der nächsten Tage) :)

Was mich aber hier eigentlich fasziniert, ist die Tatsache, dass ich in fast jedem Post immer eine Verbindung von Hausfrau und Mutter gelesen hab. Ich glaube, heutzutage ist es nicht mehr so häufig (im Gegensatz zu früher), dass ein Paar sich Kinder "antun". Kommt zumindest mir so vor.
Was also veranlasst einen Partner in einer kinderlosen Beziehung daheim zu bleiben?
Ich sehe dabei irgendwie keine ausschlaggebenden Vorteile. Im Gegenteil, der arbeitende Partner zwingt dann quasi die Haushaltsplichten dem andernen Partner auf, ala "Wenn ich erledigt heim komme, will ich was zum Essen" oder "Du hast eh so viel Zeit, putz das Haus/die Wohnung" usw.
Außerdem sehe ich es als zusätzliche finanzielle Belastung, weil woher nimmt der Partner, der Daheim ist, das Geld für Sachen wie neue Kleidung usw?

Aber genug vom abschweifen :)
Ich denk mir, jedes Paar hat selbst zu entscheiden, wie die Zukunft auszusehen hat. Sei es jetzt ganz impulsiv oder nach einem längerwährenden Pro-Kontra-Gespräch. Wichtig ist halt, dass beide Seiten damit einverstanden sind und nicht eine Seite für die andere abstimmt.
Wir sind hier ja nicht mehr im Mittelalter/2.WW-Zeit.




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#8

Beitrag von Amino » 05.06.2019, 15:37

Die Aussage, dass Frauen in den Haushalt gehören, ist Schwachsinn. Das Gegenteil davon, dass Frauen unbedingt Karriere machen müssen, ist aber genauso unsinnig.

Es kommt immer auf den Enzelfall an. Ich stimme da im Großen und Ganzen Bearserk zu, dass es auch in vielen Fällen Sinn macht, wenn eine Person vollzeit arbeitet und eine Person zuhause ist. Ob nun die Frau den Haushalt macht oder der Mann, kann man ja im Einzelfall entscheiden.

Was ich jedenfalls nicht so gut finde, ist, wie ideologisch diese Frage aufgeladen ist. Wenn eine Frau freiwillig entscheidet, dass sie beispielsweise ihren langweiligen Bürojob kündigt, um sich um die Kinder zu kümmern, dann wird sie zum Hassobjekt aller Feministinnen. Das sollte so nicht sein, man sollte die freie Entscheidung respektieren.

Ich würde jetzt auch nicht sagen, dass alle Männer, die sich eine Hausfrau wünschen, automatisch "böse" sind. Vielleicht wünscht sich der Mann ja auch nur, dass seine Kinder später mal eine nicht-gestresste Mutter haben, die Zeit hat und sich viel kümmert. Vielleicht ist der Mann in einer Familie aufgewachsen, wo beide Eltern Vollzeit gearbeitet haben und dann gestresst nach Hause gekommen sind und nie Zeit hatten, und deshalb will er seinen Kindern etwas Besseres bieten, wer weiß?

Ich bin der Meinung, dass man nicht pauschalisieren sollte und es immer auf den Einzelfall ankommt. Eine Hausfrau (und natürlich auch ein Hausmann) sollte in der Gesellschaft genauso respektiert werden und genauso viel Wertschätzung bekommen wie alle berufstätigen Menschen. Durch Aussagen wie "das ist antiquitiert und hat in unserer modernen Gesellschaft nichts mehr verloren" werden Leute, die sich frei dafür entscheiden, nur unnötig stigmatisiert.



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#9

Beitrag von desint » 05.06.2019, 22:22

Du sprichst da einen interessanten Punkt an. Wenn man versucht, Stellung gegen eine emotional beladene Aussage zu beziehen, kann es einem leicht passieren, dass man über das Ziel hinausschießt und die gegnerische Position nicht nur entkräftet, sondern wieder mit neuen, genau entgegengesetzten Emotionen belädt. Wie bereits angemerkt, bezog sich meine Aussage auf die generelle Einstellung zu einer starren Rollenteilung - und jene ist wahrlich ein Überbleibsel aus antiken Zeiten. Selbstverständlich darf man daraus aber nicht den Umkehrschluss ziehen und pauschal behaupten, Frauen hätten nichts hinter dem Herd zu suchen. :-)
Zu kochen und den Haushalt zu führen, ist per se nichts Schlechtes oder Verpöntes (ganz im Gegenteil) und sollte deshalb auch nicht abwertend dargestellt werden.

Letztlich kommt es wirklich immer auf den Einzelfall an. Da scheinen wir uns hier ja alle einig zu sein. (Soviel Konsens in der Regierung und Österreich wäre wahrlich ein glückliches Land. ;-) )


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#10

Beitrag von Hexe » 06.06.2019, 14:13

Ich selbst könnte mir gut vorstellen Hausfrau und Mutter zu sein und maximal einen Teilzeitjob zu haben, um trotzdem finanziell unabhängig zu sein, aber das gilt für mich und meine persönlichen Vorstellung. Ich bin strikt gegen die Generalisierung. Wenn ein Paar damit zufrieden ist, dass der Mann zu Hause ist und die Frau dafür arbeiten geht, ist das genau so gut. Es sollte meiner Meinung nach nur eine gerechte Aufteilung geben... wer auch immer die meiste Zeit im Job verbringt, soll nicht anschließend noch den ganzen Haushalt schmeißen müssen. Arbeiten beide, dann wäre es sicher förderlich, wenn der Haushalt aufgeteilt bzw. einfach zusammen erledigt wird. Leider ist das Rollenbild, dass automatisch die Frau am Herd stehen und sowohl Haushalt als auch Kinder versorgen muss, immer noch viel zu sehr forciert. Gerade Konservative stehen da mehr dahinter.
Was gar nicht geht, ist, dass man als Frau dafür schlecht gemacht wird, wenn man sich für die "herkömmliche" Art entscheidet. Es sollte jeder Partnerschaft selbst überlassen werden, wie die Aufteilung gehändelt wird.


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#11

Beitrag von Kanister » 07.06.2019, 10:02

Solange es beiden passt hab ich ja nichts dagegen, aber von Haus aus schon der Meinung zu sein dass es so sein sollte/muss finde ich falsch

witzige Geschichte
ich hab mal jemanden erzählt das ein Verwanter krebs hat und es lief ungefähr so ab
Ich : ich hab auch wenn in der Familie der Krebs hat
Sie : Prostatakrebs?
Ich : Nein SIE hat keinen Prostatakrebs
Sie : Also Brustkrebs?
Ich : Nein

:kaos1: Also solche Vorurteile waren mir definitiv neu


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#12

Beitrag von desint » 09.06.2019, 23:51

Hier vielleicht passend zum Thema ein Beitrag von Mai Thi Nguyen-Kim über die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern.
Ein - wie ich finde - sehr differenzierter Faktencheck.
https://youtu.be/_Ta6BH3e97I


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#13

Beitrag von Amino » 21.07.2019, 04:07

Dass Frauen weder in den Haushalt noch ins Büro noch sonstwo hin "gehören", sondern jede Frau selbst entscheiden muss, hätten wir ja geklärt.

Wesentlich interessanter finde ich aber die Frage, was Frauen denn überhaupt wollen: https://www.derstandard.at/story/130455 ... g-verdient

55% der 14-24-jährigen Frauen würden gerne Hausfrau sein und sich Vollzeit um Kinder und Haushalt kümmern. Viele Frauen arbeiten nicht deshalb, weil sie ihren Beruf so toll finden, sondern deshalb, weil viele Männer heutzutage nicht mehr genug verdienen, um Frau und Kinder zu ernähren.



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#14

Beitrag von BlueFlow » 13.08.2019, 23:27

Ja ein sehr provokativer Thementitel da stimme ich zu.
Nicht jede Frau muss Kinder kriegen und nicht jede Frau muss hinter den Herd.
Ich hab kein Problem damit meinen Partner im Haushalt zu entlasten oder den alleine zu meistern..aber..da ich chronisch krank bin, sehe es ich es ob mit oder ohne Job nicht ein, jedes mal jeden Tag alles machen zu müssen, oder ein Mann glaubt er ist von seiner Pflicht befreit solang er einen Job hat. Wir leben nicht mehr in der Steinzeit und beide haben ihren Teil dazu zu beizutragen..und traurig genug das man darauf erst hinweisen muss.
Da sieht man mal wieder Gleichberechtigung ist für die Katz wenn man so was lesen darf.
Ich persönlich will keine Kinder und werde mir von keinen ER einreden lassen ich hätte zu gebären nur weil ich eine Frau bin.Und ja es gibt sehr wohl Exemplare die versuchen einen dazu zu zwingen..oder einen links liegen lassen für Freundschaft/Beziehung wenn sie merken aha der kann man keine Kinder aufbrummen..
Diskrimnierend? Oh ja.
Man fühlt sich reduziert auf als wäre man eine Gebärmaschine und der Rest an dir nicht mal von Interesse ist, und das in der Zeit wo wir leben..
Ergo bin ich froh das mein Freund nicht so tickt, und traurig das viele das immer noch nicht kapiert haben, das man so mit Frauen nicht um zu gehen hat.
Das will ich und es ist mir zum Glück auch langsam gleich welchem Er das sauer aufstößt, denn es ist mein Leben.



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#15

Beitrag von Jora » 24.08.2019, 04:05

Amino hat geschrieben:
21.07.2019, 04:07
55% der 14-24-jährigen Frauen würden gerne Hausfrau sein und sich Vollzeit um Kinder und Haushalt kümmern. Viele Frauen arbeiten nicht deshalb, weil sie ihren Beruf so toll finden, sondern deshalb, weil viele Männer heutzutage nicht mehr genug verdienen, um Frau und Kinder zu ernähren.
Bei solchen "Studien" bin ich immer skeptisch, weil da werden ja einige Leute gefragt, und ich finde, im Endeffekt kanns auch passieren, dass das halt zufällig welche waren, die vermehrt zur einen Meinung tendieren. Glaub, man kanns nicht so pauschal sagen, dass die Hälfte aller Frauen lieber Hausmütterchen wären, wenn ihre Männer genug verdienen würden, sondern es gibt eher wohl eben ein paar, die so denken. Und das ist auch deren gutes Recht. Soll doch jeder sein Leben gestalten wie er möchte bzw. manchmal eben auch, wie es sein muss, um finanziell durchzukommen. Nur glaub ich das hier mit den 55% nicht, oder zumindest befindet sich in meinem Freundeskreis niemand, von dem ich glaube, dass sie so denken würde. Für manche ist es sogar eine nette Abwechslung, zumindest halbtags zu arbeiten, um mal ein wenig den Kopf von den Kindern frei zu kriegen ^^ Denen würd daheim eher die Decke auf den Kopf fallen ^^




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